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biologia strachu

BIOLOGIE  DER  ANGST

Texte zum selbstständigen Lesen. Teksty do samodzielnego czytania.  
   
 
    Sie ist tief im menschlichen Organismus verwurzelt und jeder hat sie schon einmal am eigenen Leib erfahren: Angst. Angst vor Prüfungen, vor Krankheiten, vor der Zukunft, vor dem Versagen und dem Verlust. Sie macht uns unruhig, nervös und kann, wenn sie lange andauert, sogar zu ernsten Krankheiten führen.

    Aber neben diesen Langzeit-Ängsten gibt es auch konkrete Angstsituationen, z.B. wenn man sich vor einem bestimmten Tier, einem dunklen Hauseingang, einem seltsamen Geräusch in der Wohnung oder einem öffentlichen Auftritt fürchtet.
Wenn man sich in solchen Situationen akut bedroht fühlt, dann schlägt der Körper Alarm. Es kommt zu Reaktionen, von denen jeder schon mal einige erlebt hat, z.B. feuchte Hände, weiche Knie, Atemnot, Herzklopfen, Kloß im Hals, Zittern der Stimme, Bleichwerden, Druckgefühl im Magen. Diese körperlichen Auswirkungen von Angst können vom Menschen nicht kontrolliert werden, weil sie Reaktionen des vegetativen Nervensystems sind.

    Damit ist die Biologie der Angst aber nur zum Teil erklärt. Davor liegen physiologische Reaktionen, die sozusagen die biologische Grundlage für die oben geschilderten körperlichen Vorgänge sind: Nach Einsetzen des akuten Angstgefühls werden vom Körper sofort bestimmte Hormone produziert, die unter anderem den Herzschlag erhöhen und bestimmte Muskeln stärker durchbluten. Weiterhin wird die Energieversorgung durch Veränderungen im Blut rapide gesteigert. Das Blut gerinnt schneller, so daß man bei Verletzungen nicht so viel Blut verliert.

    Alle diese physiologischen Vorgänge haben das eine Ziel, dem Menschen in einer bedrohlichen Situation maximale körperliche Leistungen zu ermöglichen. Der Körper  wird radikal auf Flucht oder Kampf eingestellt. So gesehen ist die Angst also etwas Natürliches und eine sinnvolle Warnanlage unseres Körpers. Die von ihr bedingten Reaktionen helfen dem Einzelnen zu überleben und historisch haben sie zum Überleben der ganzen Art beigetragen.
 

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